Eingrenzung der Ausbreitung

Nachverfolgung der Resistenz

Stärkung des Verantwortungsbewusstseins

Entwicklung neuer Lösungen

 

Anfang 2015 wurde der Ausdruck „Carbapenem-resistente Enterobakterien“ (CRE) einer breiten Öffentlichkeit bekannt, als ein Ausbruch an einem kalifornischen Krankenhaus, der unter anderem zwei Todesopfer forderte, auf kontaminierte Endoskope zurückgeführt wurde1. Diese gegen mehrere Wirkstoffe resistenten Erreger stellen jedoch schon seit mindestens einem Jahrzehnt eine wachsende Bedrohung dar. CRE-Infektionen in den USA haben sich von 2008 bis 2012 verfünffacht; 2012 waren 48 Bundesstaaten davon betroffen2. Im Jahr 2012 meldeten die US-amerikanischen Centers for Disease Control and Prevention (CDC), dass etwa 4 % der Akut- und 18 % der Langzeit-Akutkrankenhäuser in den USA in der ersten Jahreshälfte mindestens einen Patienten mit einer CRE-Infektion gemeldet hatten3.


2017 ergab eine Studie der Fachzeitschrift Infection Control and Hospital Epidemiology an 16 medizinischen Einrichtungen in und um Washington, D.C., eine überraschend hohe Prävalenzrate von 5,2 %4. Das ist zwar nur ein einzelner Ballungsraum in den USA, aber keineswegs ein Einzelfall.

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1. Terhune C. Superbug linked to 2 deaths at UCLA hospital; 179 potentially exposed. Los Angeles Times. 2015 Feb 18. Accessed Oct 2017. http://www.latimes.com/business/la-fi-hospital-infections-20150218-story.html
2. Thaden JT, et al. Rising rates of carbapenem-resistant Enterobacteriaceae in community hospitals: a mixed-methods review of epidemiology and microbiology practices in a network of community hospitals in the Southeastern United States. Infect Control Hosp Epidemiol. 2014 Aug;35(8):978-83.
3. CDC. CDC: Action needed now to halt spread of deadly bacteria. Press release. 2013 Mar 5. Accessed Oct 2017. https://www.cdc.gov/media/releases/2013/p0305_deadly_bacteria.html
4. Reuben J, et al; HARP Study Team. Healthcare antibiotic resistance prevalence - DC (HARP-DC): a regional prevalence assessment of carbapenem-resistant Enterobacteriaceae (CRE) in healthcare facilities in Washington, District of Columbia. Infect Control Hosp Epidemiol. 2017 Aug;38(8):921-29.

 

In einer Studie zur Bewertung von Patienten, die ein erhöhtes Risiko haben Träger von Carbapenemase-produzierenden, Carbapenem-resistenten Enterobakterien (CRE) zu sein, konnte nachgewiesen werden, dass eine routinemäßige Surveillance-Testung eine effektive Infektionsschutzmaßnahme zur Eindämmung von CRE ist, selbst in Bereichen mit geringer Prävalenz.

Obwohl die frühzeitige Erkennung von Patienten, die mit Carbapenemase-produzierenden CRE besiedelt sind, für den Infektionsschutz entscheidend ist, bestehen keine klaren Empfehlungen dazu, wann molekulare Verfahren zur aktiven Surveillance in Situationen mit geringer Prävalenz eingesetzt werden sollten. Diese Studie konnte belegen, dass ein molekularer Schnelltest für die routinemäßige Surveillance-Testung von Hochrisikopatienten selbst in Regionen mit geringer Prävalenz gut geeignet ist: Sie ergab, dass der Xpert® Carba-R Test von Cepheid im Vergleich zur chromogenen Kultur nach Anreicherung eine Sensitivität von 100 % und eine Spezifität von 99,13 % für den Nachweis von Carbapenemase-produzierenden CRE in Rektalabstrichen erzielt.

Die Studie wurde an einem Krankenhaus in Frankreich durchgeführt, an dem die Prävalenz von Carbapenemase-produzierenden CRE < 1 % beträgt. Als „Hochrisikopatienten“ galten Patienten, die aus Ländern mit bekannt hoher CRE-Prävalenz zurückgekehrt waren oder die Kontakt mit einem bekannten Träger von Carbapenemase-produzierenden CRE hatten. In der Studie war eine schnelle Kohortenisolierung der Träger zulässig, was (i) zur Vermeidung von Ausbrüchen und (ii) zur Senkung der sozialen Auswirkungen und Kosten von Infektionsschutzmaßnahmen, die auf empirischer Basis für Hochrisikopatienten implementiert werden, die sich letztlich als negativ für eine Besiedlung mit Carbapenemase-produzierenden CRE erweisen, von entscheidender Bedeutung ist.

Ein Bericht über die Studienergebnisse wurde im International Journal of Antimicrobial Agents veröffentlicht.

Diese Studie konnte belegen, dass der Xpert® Carba-R für die schnelle [Surveillance-Testung] von Hochrisikopatienten selbst in Regionen mit geringer Prävalenz gut geeignet ist.“

Literaturhinweis:
Hoyos-Mallecot et al. Int J Antimicrob Agents 49 (6), 774-777. 

 

Labore spielen eine wichtige Rolle bei der Identifizierung von frühen aktiven Fällen von Tuberkulose (TB), was ein Schlüssel zur Beseitigung der Krankheit weltweit ist. Um die Ziele der WHO zur Vermeidung von TB-Übertragung und Verbesserung der Patientenversorgung zu erfüllen, wird von der Global Laboratory Initiative (GLI) und Experten der European Tuberculosis Laboratory Initiative (Europäische Region der WHO) eine schnelle Überprüfung von TB-Verdachtsfällen mit sensitiven molekularen Diagnostiktests empfohlen. Beide globale Expertengruppen empfehlen die Verwendung des Cepheid Xpert MTB/RIF als Frontline-Test, statt Ausstrich-Mikroskopie oder Line-Probe-Assays in Verbindung mit kulturbasierten Methoden für Arzneimittelempfindlichkeitstests.1,2

In ihrer Publikation beschrieb die GLI einen bevorzugten Algorithmus zur Förderung des universellen Zugriffs von Patienten auf schnelle Tests für TB- und Rifampicin-Resistenz.1 Klicken Sie hier, um mehr über das GLI Modell zu erfahren.

1. Global Laboratory Initiative. GLI model TB diagnostic algorithms. Accessed Mar 2017. http://www.stoptb.org/wg/gli/assets/documents/GLI_algorithms.pdf 
2. European Tuberculosis Laboratory Initiative. Algorithm for laboratory diagnosis and treatment-monitoring of pulmonary tuberculosis and drug-resistant tuberculosis using state-of-the-art rapid molecular diagnostic technologies. Accessed Mar 2017. http://www.euro.who.int/__data/assets/pdf_file/0006/333960/ELI-Algorithm.pdf

 

Eine in einem Institut in Cambridge, Großbritannien durchgeführte 7-Jahres-Studie zu den Übertragungswegen nosokomialer Vancomycin-resistenter Enterokokken (VRE) bietet neue Erkenntnisse mit wichtigen Konsequenzen für die Infektionskontrolle im Krankenhaus. Die Studie identifizierte mehrere Wege, wie VRE ins Krankenhaus gelangen, sowie ein daran anschließendes komplexes Netzwerk der Organismusübertragung.

Diese Erkenntnisse verstärken die Bedeutung des aktiven Screenings, um VRE-Träger in Verbindung mit Infektionskontrollmaßnahmen zu erkennen und so eine weitere Übertragung zu vermeiden. Das aktive Screening als Teil eines umfassenderen Programms zur Infektionsprävention kann die VRE-Kolonisations- und -Infektionsraten reduzieren. Dies kann zu niedrigeren Infektionsraten führen, was Länder wie Finnland und die Niederlande, die diese Strategie bereits umsetzen, bereits erfolgreich zeigen.

Diese Studie benutzte Daten über Patientenaufnahme und Stationsverlegung zusammen mit fortgeschrittenen vollständigen Genomsequenzierungsmethoden, um die Einführung und Übertragung mehrerer VRE-Stämme zu verfolgen. Mehr als 50 % der in der Studie gefundenen Isolate waren in hohem Maße mit mindestens einem anderen Isolat verwandt, was die Komplexität der VRE-Übertragung innerhalb des Krankenhauses hervorhebt. Angesichts der Daten gelangten die Prüfer zu dem Schluss, dass gezielte Interventionen zur Infektionskontrolle, die nur durch Ausbruchuntersuchungen und ohne aktives Screening erfolgen, nur teilweise bei der Reduzierung von VRE-Raten wirksam sein würden.

Aktives Screening reduziert die VRE-Infektionsrate, und in Ländern, die diese Strategie umsetzen (z. B. Finnland und die Niederlande), sind die VRE-Infektionsraten im Vergleich zu Großbritannien deutlich niedriger.“

VRE ist eine der häufigsten Ursachen von im Krankenhaus erworbenen Infektionen. Diese Infektionen, verglichen mit denen, die durch Vancomycin-sensible Enterokokken verursacht werden, gehen mit höheren Sterblichkeitsraten und Kosten im Gesundheitswesen einher. Weil sie im Krankenhausumfeld häufig überleben können, sind Vancomycin-resistente Stämme von Enterococcus faecium ein besonderes Problem, das beseitigt werden muss. Dieses Problem wird durch einen Mangel an aktivem Screening verstärkt.

Der Testbericht mit den Erkenntnissen wurde in Clinical Infectious Diseases veröffentlicht.

KE Raven et al. Clinical Infectious Diseases 2017

Die Vorteile schneller molekularer Diagnostiktechnologie für das präoperative Screening von MRSA/S. aureus-Trägern wurden von einer internationalen Expertengruppe für Infektionskontrolle in einem kürzlich veröffentlichten Konsensuspapier hervorgehoben.

Operative Wundinfektionen (Surgical Site Infections, SSI) gehören zu den häufigsten im Krankenhaus erworbenen Infektionen (HAI), die eine signifikante Morbidität und Mortalität mit sich bringen. Eine nasale Besiedlung mit S. aureus ist der wichtigste unabhängige Risikofaktor für das Entstehen einer SSI bei sterilen Operationen, da die Rate bei Trägern 2 bis 9 Mal höher ist als bei nicht besiedelten Patienten.

Nach der ersten europäischen Gesprächsrunde zum Thema S. aureus und operative Wundinfektionen (1st European S. aureus & Surgical Site Infection Round Table) überprüften 10 europäische und amerikanische Experten den Nutzen von Screenings auf nasale Besiedlung mit S. aureus und der darauffolgenden präoperativen Dekolonisierung von positiven Patienten. Ihre Erkenntnisse wurden als Konsensuspapier im Journal of Hospital Infection veröffentlicht.

Zusätzliche Dauer des Krankenhausaufenthalts und Kosten durch SSI

Es besteht ein eindeutiger Zusammenhang zwischen der empirischen/universellen Nutzung von Mupirocin und Antiseptikum und der Entwicklung einer Resistenz gegen diese Mittel bei MSSA, MRSA und S. epidermidis mit einer Erhöhung von 60 % auf 95 %.

Eine wirksame Lösung für Patienten, die einer sterilen Operation unterzogen werden, ist die Nutzung einer schnellen molekularen Diagnostiktechnologie für die präoperative Identifizierung von MSSA- und MRSA-Trägern, gefolgt von Mupirocin und Chlorhexidin-Dekolonisierung.

Diese Behandlungsstrategie geht mit reduzierten SSI-Raten und Kosteneinsparungen einher:

  • Reduzierung der S. aureus-Infektionsrate um 60 %
  • Reduzierung der Mortalitätsrate um 57 %
  • Reduzierung des Krankenhausaufenthalts um 2 Tage
  • Reduzierung der Pflegekosten um 2.841 € (3.044 USD) pro kardiothorakalem Patienten und um 955 € (1.023 USD) pro orthopädischem Patienten

 

Screening und selektive Dekolonisierung von S. aureus-positiven Patienten haben den Vorteil, SSI zu verhindern, Kosten einzusparen, Veränderungen bei den zirkulierenden Isolaten von MSSA und MRSA zu überwachen und das Auftreten von Resistenz zu minimieren.“

Literaturhinweis:
H. Humphreys et al. Journal of Hospital Infection 2016

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Führende britische Experten informieren über die aktuellen Herausforderungen und Lösungen bei der Bekämpfung von Carbapenemase-produzierenden Enterobakterien (CPE) im Nordwesten von England.

Großbritannien ist führend bei innovativen Ansätzen im Kampf gegen die Bedrohung durch Carbapenemasen und bei der Eindämmung dieser gefährlichen Organismen. Klicken Sie auf die drei Bilder oben, um kurze Interviews mit wichtigen Experten zum Thema abzuspielen:

  • Dr. Tim Neal – Facharzt im Infektionsschutz – Kliniklabors Liverpool (Infection Control Doctor – Liverpool Clinical Laboratories)
  • Dr. Andrew Dodgson – Leiter des Bereichs Mikrobiologie und Infektionsschutz – Stiftung der Universität Manchester (Microbiology and Infection Control Lead – Central Manchester Foundation Trust)
  • Terry Whalley – Direktor für den Bereich Strategie und Nachhaltigkeit – Wirral University Teaching Hospital NHS Foundation Trust

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Auf der IDWeek-Tagung 2016 in New Orleans hielt Dr. Teena Chopra einen Vortrag mit dem Titel „Rapid Diagnostics in the Post Antibiotic Era: Averting a Catastrophe“ (Schnelldiagnostik in der Post-Antibiotika-Ära: Eine Katastrophe abwenden). Klicken Sie auf das Bild oben, um den gesamten Vortrag als Video anzusehen.

Das Video wurde mit freundlicher Genehmigung der Sprecherin zur Verfügung gestellt.

MRSA, C. difficile, Carbapenem-resistente Enterobacteriaceae, Vancomycin-resistente Enterokokken, Tuberkulose – Arzneimittelresistente Organismen gefährden die Versorgungsmöglichkeiten der Patienten massiv.1,2 Wie groß ist die Gefahr und welche Schritte können wir jetzt gleich unternehmen, bevor es zu spät ist?

Das wachsende Problem weltweit3

1. Centers for Disease Control and Prevention.  “About Antimicrobial Resistance.” Available at http://www.cdc.gov/drugresistance/about.html. Accessed December 21, 2015.;
2. World Health Organization. “Antimicrobial resistance: global report on surveillance.” June, 2014.;
3. “Antibiotic resistance – the global threat.” Available at: http://www.cdc.gov/drugresistance/pdf/antibiotic_resistant_fs.pdf. Accessed December 21, 2015.

Patienten mit einer durch arzneimittelresistente Bakterien verursachten Infektion haben ein höheres Risiko für ein schlechteres klinisches Outcome, sowie eine höhere Mortalität und verbrauchen mehr Ressourcen im Gesundheitswesen als Patienten mit einer Infektion durch arzneimittelempfindliche Bakterien.1 Eine zeitnahe und zuverlässige Identifikation der arzneimittelresistenten Pathogene spielt bei der Eingrenzung der Ausbreitung der antimikrobiellen Resistenz eine zentrale Rolle.

Grad der Bedrohung gemäß CDC


 

1. World Health Organization. “Antimicrobial resistance: global report on surveillance.” June, 2014.

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MRSA ist ein häufig vorkommendes therapieassoziiertes Pathogen, das jedes Jahr weltweit hunderttausende Infektionen verursacht. So kommt es zum Beispiel allein in den USA jährlich zu nicht weniger als 375.000 MRSA-Infektionen und 23.000 Todesfällen.1 Durch die Einführung von On-Demand-PCR-Tests mit Xpert MRSA, gefolgt von einer Isolierung der mit MRSA infizierten oder kolonisierten Patienten, konnten sowohl die Rate der therapieassoziierten Infektionen reduziert als auch die infektionsbedingten Kosten gesenkt werden.2

Klicken Sie hier, um mehr über die Einbindung von molekularen On-Demand-Tests in das Programm zur aktiven MRSA-Surveillance eines Krankenhauses zu erfahren.

 

1. Kavanagh KT, Calderon LE, Saman DM and Abusalem SK. The use of surveillance and preventative measures for methicillin-resistant staphylococcus aureus infections in surgical patients. Antimicrob Resist Infect Control. 2014;3:18. ;
2. Spencer M, Barnes S, Parada J et al. A primer on on-demand polymerase chain reaction technology.  Am J Infect Control. 2015;43:1102-8.

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